Neues Arbeiten & Wohnen


Kristien Ring

Der Erfolg unserer Städte wird in Zukunft davon abhängen, wie die baulichen Investitionen von heute zu langfristig nachhaltigen Entwicklungen führen und wie sie sowohl die Vorteile und Qualitäten des urbanen Lebens als auch die spezifischen Eigenheiten des jeweiligen Ortes stärken. Während heute der Wohnungsmarkt in Großstädten weitgehend von profitgesteuerten Entwicklungen bestimmt wird, wachsen die belastbaren Alternativen von selbstorganisierten und selbst bestimmenden Akteurskonstellationen – Baugruppen, Genossenschaften oder anderen Projektformen. Neues Arbeiten und Wohnen bedeutet, dass die Projekte maßgeschneidert und anpassungsfähig sind, ökologische und gemeinschaftliche Lebensformen ermöglichen, zur Senkung von Kosten beitragen und gleichzeitig die Wohnviertel beleben.

Konzepte und Best-Practice-Beispiele zeigen, wie intelligent und effizient nachverdichtet werden kann bei gleichzeitiger Aufwertung der Freiflächen und Förderung einer gesunden Mischung. Sie verdeutlichen, wie durch eine Einbindung der Nachbarschaft auch Ressourcen aktiviert werden, die den „alten“ Bewohnern einen Mehrwert bieten und welche modernen Wohnformen, Erschließungskonzepte und Gemeinschaftsräume es geben kann, die neuen Formen des Zusammenlebens gerecht werden – sei es durch eine breitere soziale Mischung oder die Verschränkung von Wohnen und Arbeiten. Lösungen, die die Qualitäten von Self-Made-Projekten auf (klassische) Akteure der Immobilienwirtschaft übertragbar gestalten sind genauso gefragt wie Strategien, die Synergien zwischen Stadtbewohnern und Entscheidungsträgern erzeugen.

Das Projekt URBAN LIVING (Ausstellung im DAZ, Berlin 22.05. - 04.07.2015) sammelt Ideen und Best-Practice-Beispiele für neue bezahlbare Wohntypologien, lebendige Nachbarschaften und eine nachhaltige Stadtentwicklung. Es begreift den aktuell großen Bedarf an Wohnraum als Chance für eine neue Ära des Wohnungsbaus.

www.urbanlivingberlin.de
 


Kristien Ring lebt und arbeitet in Berlin als Architektin, Kuratorin und Publizistin (u.a. „Selfmade City. Berlin, Stadtgestaltung und Wohnprojekte in Eigeninitiative“, 2013, und „Urban Living“, 2015 in Jovis Verlag). 2011 gründete sie AA PROJECTS, das interdisziplinäre Studio für Architektur, urbane Raumplanung, Ausstellungen, Publikationen und Diskurs-Events. Von 2001 bis 2005 war sie als Mitbegründerin in der Galerie Suitcasearchitecture tätig, von 2004 bis 2011 arbeiete sie als Direktorin im Deutschen Architektur Zentrum DAZ in Berlin. Auch war sie Gastprofessorin an der University of Sheffield und unterrichtet seit 2015 als Professorin an der University of South Florida.

www.aa-projects.eu

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