AIT Charity

Mit "AIT-Charity" startet der Alexander-Koch Verlag ein völlig neues Projekt. Wir beschränken uns nicht mehr auf das rein journalistische Betrachten von Gestaltung oder den theoretischen Umgang mit der Materie in unseren Kongressen und Workshops. Wir setzen unsere weltweiten Kontakte und Netzwerke nun auch ein, um in einem Township Südafrikas jenen zu helfen, die die skandalösen Lebensumstände im Gastgeberland der Fußball-WM nicht akzeptieren. Gemeinsam mit dem Unternehmen Armstrong möchten wir Kindern in Kapstadt Hoffnung schenken: Mit Ihrer Unterstützung fördern wir im Jahr 2009 den Ausbau eines Waisenhauses in Township Langa, in dem Aidswaisen weit mehr als ein Dach über dem Kopf gefunden haben: ein Zuhause voll Liebe und Zuwendung und die Chance auf eine lebenswerte Zukunft.

AIT und Armstrong im Township Langa in Kapstadt



Es ist Samstag. Gerade verlassen wir unser luxuriöses 4 Sterne Hide-away-Hotel. Wir, das ist eine kleine Gruppe von international erfolgreichen Architekten, plus zwei Redakteure der AIT und zwei Armstrong Mitarbeiter. Mit dem Kleinbus fahren wir durch die warme Spätsommer-Sonne Kapstadts. Ich bin überrascht von der hohen Lebensqualität und der Schönheit der Landschaft. Gedanken, wie "hier möchte ich leben" kommen mir in den Kopf als wir durch die City fahren.

 


Die Jungs von „Gum Boot Dance“ machen begeistert mit.
Wenige Minuten später sind wir in Langa. Langa, eines der ältesten Townships Südafrikas, hat sich zur Vorzeige-Township entwickelt. Als wir vor dem Schlagbaum stehen, freue ich mich darauf, neue Eindrücke im Township zu sammeln.

Wir lernen Mabhut kennen - unseren Führer durch Langa. Der
Schlagbaum geht auf, der Kleinbus fährt los. 100 Meter und zwei Kurven weiter, stockt mir plötzlich der Atem. Frauen stehen auf einem Schrottplatz ähnlichem Gelände und flammen abgeschlagenen Schafsköpfen mit Bunsenbrennern das verbliebene Fell von den blutigen Köpfen. Scham und Beklommenheit machen sich in mir breit, die Hände mit meinen Fotoapparat sinken nach unten. Ich kann und will nicht fotografieren. Die Eindrücke sitzen tief.

100 Meter weiter hält der Bus zwischen Wohnblocks. Mabhut ist stolz auf die zahlreichen Sanierungsarbeiten und die vielen Verbesserungen, die seit Ende der Appartheid realisiert wurden. Wir sollen aussteigen. Alle im Bus zögern. Nach einer Weile fasst sich der Erste ein Herz, die Gruppe folgt langsam nach. Wir dürfen uns eine Wohnung ansehen. Mabhut erklärt uns, dass sich früher drei Männer eine 2 Zimmerwohnung teilten, später zogen die Familien ein. So leben heute häufig 15 Personen auf 20 Quadratmetern.

Wir werden freundlich empfangen.
Die Bewohner sind aufgeschlossen und suchen das Gespräch. Bereitwillig bekommen wir Auskünfte und interessante Geschichten zu hören. Kinder kommen und suchen Kontakt. Sie haben Spaß daran, sich selbst auf dem Display der Digitalkamera zu sehen. Die Frauen sitzen auf den drei Betten im Schlafraum und plaudern. Nachts wird es hier voller: Neben den Ehemännern, kommen noch alle Kleinkinder mit ins Bett. Jetzt sitzen die Männer im Wohnraum , erzählen und trinken Schnaps. Nachts wird dieser Raum zum Schlaf-Lager für alle Kinder ab 8 Jahren.


Die Zusamenarbeit mit

den Township-Kindern macht spaß.
Wir fahren weiter, die Gedanken haften noch an den ersten Eindrücken. Wir fahren kilometerweit durch Townships und erfahren noch viel von Mabhut. Auch nach dem Ende der Appartheid bleibt man unter sich: die Schwarzen, die "Coloured" sowie die Weißen.

Unsere Fahrt endet, wo sie angefangen hat, am Eingang zum Township Langa. Die Architektin Caren Smuts, hat genau hier das Kulturzentrum Guga S´Thebe gebaut. Das Angebot dieser Einrichtung holt insbesondere Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsende und Alte, zumindest für einige Stunden von der Strasse.

Die Zusammenarbeit mit Nicolas klappt gut. Er ist wissbegierig und saugt alle Informationen wie ein Schwamm auf.
In Guga S´Thebe findet unser Workshop statt: "AIT & Armstrong - Gestalten im Township" Wir wollen helfen. Wir machen Kunst: Linolschnitt. Zwei Tage arbeiten wir an Linoldrucken in Kleinstauflage. Viele von uns haben dies seit der Schule nicht mehr gemacht. Das Ziel: Wir wollen Linoldrucke gestalten für einen großformatigen Kunstkalender, der Südafrika und die Fußballweltmeisterschaft 2010 in den Mittelpunkt stellt. Dieser soll später zu Charity-Zwecken verwendet werden. Nach einer Auffrischung durch den bekannten Linolschnittkünstler Roderick Sauls geht es los. Wir werden von 10-15 Jungen der Tanzgruppe "Gum Boot Dance" unterstützt, die uns die mitgebrachten Armstrong Caps aus den Händen reißen. Nicolas gesellt sich zu mir. Nicolas ist 11 Jahre alt. Ein netter Kerl, der körperlich deutlich jünger wirkt. Wir entschließen uns für das Motiv: farbige Fußballspieler vor dem Tafelberg.

Am nächsten Morgen, als wir unsere Arbeit fortsetzen wollen, ist Nicolas schon lange da und wartet auf mich. Auch andere werden durch unser "Werkeln" angezogen. Ich lerne Paul kennen, der 25 Jahre alt ist. Pauls großes Ziel ist es, Geld für sein Brautgeschenk zu verdienen. Hierzu wird er noch 3-4 Jahre brauchen.
Die Jungs von „Gum Boot Dance“ machen begeistert mit.
Die Zusammenarbeit mit Nicolas klappt gut. Er ist wissbegierig und saugt alle Informationen wie ein Schwamm auf. Ständig möchte er am Linolschnitt mitarbeiten, und macht keine Pausen - außer für einen Kuchen oder eine Fanta. Ich bin tief beeindruckt von der stundenlangen Konzentrationsfähigkeit dieser Kinder.

Die Zusammenarbeit mit den Township-Kindern macht Spaß.

Am Ende des zweiten Tages haben wir es geschafft: Unsere Drucke sind fertigt. Wir sind selbst überwältigt, wie gut unsere Motive gelungen sind und über die hohe Farbbrillanz der Drucke. Wir sind erschöpft, aber guten Gewissens und voller Dank, dass wir hiermit den Grundstock dieser Charity-Aktion gelegt haben. Wir wissen nun auch, dass die geplante Unterstützung der Arbeit des Kulturzentrum Guga S´Thebe gut angelegt ist, und dass damit Langa und den Menschen geholfen wird.

Spontan entscheidet sich unsere Gruppe, den fleißigen Helfern ein kleines Abschiedsgeschenk zu bereiten. Unsere Idee, den Jungs Fußballschuhe und Trikots zu schenken, wird vom Tanzgruppenleiter Siwiwe höflich aber bestimmt zurückgewiesen. Wir folgen seinem Rat und statten sie mit warmen Winterjacken und Schuhen aus.


Markus Deimling, Armstrong
Wie das Charity-Projekt weitergeht und wie Sie helfen können, lesen Sie in Kürze an dieser Stelle.

www.armstrong.de/commflreu/de-de/charity.html




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