AIT Charity

Mit "AIT-Charity" startet der Alexander-Koch Verlag ein völlig neues Projekt. Wir beschränken uns nicht mehr auf das rein journalistische Betrachten von Gestaltung oder den theoretischen Umgang mit der Materie in unseren Kongressen und Workshops. Wir setzen unsere weltweiten Kontakte und Netzwerke nun auch ein, um in einem Township Südafrikas jenen zu helfen, die die skandalösen Lebensumstände im Gastgeberland der Fußball-WM nicht akzeptieren. Gemeinsam mit dem Unternehmen Armstrong möchten wir Kindern in Kapstadt Hoffnung schenken: Mit Ihrer Unterstützung fördern wir im Jahr 2009 den Ausbau eines Waisenhauses in Township Langa, in dem Aidswaisen weit mehr als ein Dach über dem Kopf gefunden haben: ein Zuhause voll Liebe und Zuwendung und die Chance auf eine lebenswerte Zukunft.

Gestalten im Township



Mit „AIT-Charity“ startet der Alexander Koch Verlag gemeinsam mit dem Unternehmen Armstrong ein völlig neues Projekt. AIT beschränkt sich nicht mehr auf das rein journalistische Betrachten von Gestaltung oder den theoretischen Umgang mit der Materie in Kongressen und Workshops – weltweite Kontakte und Netzwerke werden nun auch eingesetzt, um in einem Township Südafrikas jenen zu helfen, die die skandalösen Lebensumstände im Gastgeberland der Fußball-WM nicht akzeptieren. Wie das Charity-Projekt anläuft, weitergeht und die Teilnehmer ihre Erfahrungen schildern, lesen Sie an dieser Stelle. Dieses Mal berichtet Sabine Krumrey von brandherm + krumrey Innenarchitektur, Hamburg.

  Das Glück, das "Mutterland" zu besuchen, hatte ich schon mehrere Male, aber die Einladung zum Workshop "Gestalten im Township" hat mich umso mehr erfreut: Im Kreise mit Kollegen über das Bauen im Gesundheitswesen zu diskutieren klingt spannend! Und genauso empfängt mich die Reise: Nach dem langen, schlaflosen Flug morgens um sechs den Sonnenaufgang über Kapstadt zu erleben ist eine ganz besondere Erfahrung, die jede unbequeme Sitzposition im Flugzeug sofort vergessen macht. Dann der Besuch beim Architekten Fagan, der einen spüren lässt, dass er mit dem Entwurf und Bau seines Wohnhauses vor etwa 50 Jahren lange seiner Zeit voraus war. Und schließlich die gigantische Baustelle des Fußballstadions von gmp am Green Point, die zeigt, welchen Stellenwert die Fußball WM 2010 in Südafrika jetzt schon hat.


Arbeiten mit dem Linoleummesser:
Kann schmerzhaft sein.
Workingwith the linoleum knife
can be painful,…
Am zweiten Tag beginnen wir mit dem Workshop in Langa. Betritt man die Tore des Townships Langa lässt einen der extreme Unterschied zwischen den zuvor besuchten Projekten und dem tatsächlich Lebensnotwendigen nicht mehr los. Das wahre Leben findet in dem Moment nicht in Deutschland statt, nicht im Luxushotel oder bei millionenschweren Bauprojekten. Hier wird man schnell zurück auf den Boden der Tatsachen geholt und plötzlich erscheint nun alles andere unwichtig und unbedeutend. Das Leben in dem Township ist aus dem Bus betrachtet sehr seltsam, denn man betrachtet alles hinter einer Glasscheibe. Dann auszusteigen und die Wohnräume der Ärmsten wie ein Museum zu besichtigen, macht einen sehr unsicher. Eigentlich möchte man es nicht, denn die Armut ist so augenfällig und die Gastfreundschaft der Menschen trotzdem so herzlich, dass man ein schlechtes Gewissen bekommt, noch vor wenigen Minuten das reich gedeckte Frühstück im Hotel unbeschwert genossen zu haben. Dann beginnt der Workshop. Der Künstler Roderick Saul zeigt uns - die wir alle wahrscheinlich das letzte Mal in der Grundschule ein Linoleummesser in der Hand hatten - welche Techniken es gibt. Und Minuten später sitzen wir, mit Skizzenblocks bewaffnet, zwischen Kindern aus dem Township, die mit uns arbeiten wollen. Wir betrachten uns gegenseitig mit ersten Seitenblicken und sofort sind Sympathien zu spüren. Mein Glück ist es, mit Nokulunga - dem einzigen kleinen Mädchen - zusammenzuarbeiten. Sie ist zwölf Jahre alt, aber erscheint viel jünger. Außerdem ist sie unheimlich schüchtern und bescheiden, findet die Stifte und Farben toll und möchte am liebsten sofort loslegen - zwar ganz zögerlich, aber sie ist voll bei der Sache. Es macht Spaß, denn mit jedem Schnitt wird sie selbstbewusster. Sie macht ihre Sache sehr gut und gemeinsam beschließen wir, welche Flächen weggeschnitten werden und welche stehen bleiben sollen. Nun ergibt es sich, dass sich der ursprüngliche Entwurf durch die gemeinsame Arbeit verändert: Das zuvor Geplante verwischt und es entstehen neue Formen auf unserem "Kunstwerk". Aber es ist letztendlich nicht wichtig, dass alles perfekt ist, sondern die Kreativität aus den Kinderhänden zählt! Sogar ein kleiner Schnitt in den Daumen lässt Nokulunga nicht aufhören, ganz im Gegenteil, die Begeisterung, alles fertig zu stellen wächst von Minute zu Minute!


...aber auch verbindend.
...but also conjoining.
Am Ende des zweiten Tages drucken wir die Schnitte und testen die Farben. Die Augen des kleinen Mädchens strahlen nun noch mehr, weil sie sieht, dass ihr das Ergebnis gefällt. Sie ist unheimlich stolz und zeigt die Arbeit all ihren Freunden, will gar nicht aufhören und vergisst sogar, sich an den extra für uns und die Kinder gedeckten Mittagstisch zu setzen. Wir drucken mehrere Varianten und sie entscheidet, dass die erste Wahl auf den Druck mit den buntesten Farben fällt!

Losgelöst von der alltäglichen Arbeit, wird mir im Workshop wieder klar, dass es Grenzen gibt, die hier beim gemeinsamen Arbeiten aufgelöst werden. Grenzen zwischen verschiedenen Nationen, verschiedenen Lebensweisen oder Altersgruppen. Keiner ist wichtiger, keiner kann mehr oder baut höher als der andere. Die Ergebnisse der Arbeiten werden nicht kritisiert, zensiert oder durch Juroren bewertet, sondern durch ein gutes Gefühl honoriert. Es ist sehr wichtig, diese Grenzen aufzulösen und ich beschreibe gerne meine Erfahrungen aus dieser Reise, obwohl ich weiß, dass unser Besuch nur ein winziger Anstoß war, den Kindern zu zeigen, dass wahnsinnig viel in ihnen steckt!

At Several times I have been fortunate to visit the "motherland", but the invitation of the workshop "Designing in the Township" pleased me even more: Discussing the subject of building in the health care sector with my colleagues sounded exciting! And exactly this was the way the journey welcomed me: Experiencing the sunrise over Cape Town at six o´ clock after a long and sleepless flight is a special experience, which puts every uncomfortable seated position in the aeroplane into perspective. Subsequently we visited the architect Fagan, who made his opinion felt that he was far ahead of his time with his design and construction of a residential building fifty years ago. Finally the gigantic building site of the football stadium by gmp at Green Point, which clearly illustrates the importance the Football World Championship 2010 has in South Africa already.

...aberauch verbindend. ...but also conjoining.
On the second day we started the workshop in Langa. When passing the gates to the Langa Township, the extreme discrepancy between the projects visited earlier and what life´s actual essentials are doesn´t relinquish its hold on me. At that moment real life does not happen in Germany anymore, not in the luxury hotel or building projects worth millions. Right here one is at once brought back down to earth and suddenly anything else appears unimportant and irrelevant. Viewed from the bus, life in the township is very peculiar, because one looks at everything from behind a glass pane. One gets a very insecure feeling when getting off the bus and looking at the living spaces of the poorest like a museum. One doesn´t really want to, because poverty is too palpable and people nevertheless offer a cordial hospitality. One instantaneously has a bad conscience to have light-heartedly enjoyed a bountiful breakfast in the hotel a few minutes ago. Then the workshop commenced. Artist Roderick Saul showed us (who probably last held a linoleum knife in our hands when attending primary school) all possible techniques. And a few minutes later we were armed with our sketchbooks and sitting between children from the township, who wanted to work with us. Initially we looked at each other with side-glances and sympathies could be felt immediately. I was lucky to work with Nokulunga, the only little girl. She was twelve years old, but looked a lot younger. On top of that she was very shy and humble, thought that the pens and paints were awesome, and would have liked to get started at once - maybe hesitant, but right on the ball. It was fun, because she built more confidence with every cut. She acquitted herself well and together we decided, which areas were to be cut away and which ones remained. As a consequence of our joint effort the original design changed:

The previously planned concept was blurred and new forms developed on our "piece of art". But ultimately it was not important that everything was perfect, what really counted was the creativity from the children´s hands! Even a little cut in her thumb could not stop Nokulungo, quite the opposite, minute by minute her enthusiasm grew to complete the task! At the end of the second day we printed the linocuts and tested the paints. Now, the little girl´s eyes were even brighter, because she saw that she liked the result. She was incredibly proud and presented the work to all her friends, she did not want to stop and even forgot to sit down at the lunch table that had been set specifically for us and the children. We printed several variants and she decided for the print with the gayest colours to be her first choice! Away from everyday work, it became clear to me during the workshop that there are boundaries, which are dissolved here in this combined effort. Boundaries between different nations, different ways of life or age groups. No one is more important, no one is able to do more or built higher than the others. The outcome of the works are not criticised, marked or assessed by a jury, but rewarded with a good feeling. It is very important to dissolve these boundaries and I am happy to describe the experiences I made during this journey, although I know that our visit has only been a tiny impulse... Sabine Krumreyist Innenarchitektin und arbeitetseit 1999 mit Susanne Brandherm als brandherm+ krumreyInnenarchitekturin Köln und Hamburg.Sabine Krumreyis interiordesignerand has beenworkingwith Susanne Brandherm as brandherm +krumreyInnenarchitekturin Cologne and Hamburg.






Innovationspreis Architektur Fenster Fassade 2010
Nürnberg Messe, fensterbau/frontale
Nächster Termin: 21.03-24.03.2012
http://www.frontale.de
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Bereits zum 11. Mal ...
Bereits zum 11. Mal lobt die Deutsche Messe Hannover den contractworld.award aus, einen internationalen Architekturpreis für besonders innovative Raumkonzepte… [...] mehr